Dienstag, 12. November 2013

Malay.

Liebe Leser,

nun bin ich schon fast eine Woche hier und langsam, aber sicher, wird es tatsächlich Urlaub. Die fünf Tage in Melaka sind sehr gemütlich. Abends ist es angenehm lau - wie bei uns im Sommer - und wir sitzen oft sehr entspannt zusammen. "Wir", das sind Reisende aus aller Welt (ok, 75 % Deutsche), die Eigentümerfamilie und ich.

Genau genommen wohne ich hier in einem "Homestay", vergleichbar mit einem Bed & Breakfast bei uns, nur dass sich hier die Inhaber um die Reisenden sehr kümmern. Heute ging ich mit dem Opa eine kleine Runde, er hat mir viele Sachen gezeigt, unter anderem ein Restaurant wo es nur vegetarisches Essen gibt, einen richtigen Batzen Reis plus drei Schöpfer vegetarischer Gemüseeintöpfe nach Wahl und das für den Pauschalpreis von 2 Ringitt - umgerechnet 0,46 Euro. Anschließend hat er mich auf einen frischen, kalten Wassermelonensaft eingeladen.

Weil ich viel Zeit und keinen Stress habe, habe ich, neben "Sightseeing light", genug Gelegenheiten, mit Einheimischen zu plaudern. Gestern war ich in einem chinesischen Tempel, wo mir der "Tempelwächter" (vielleicht war es auch eine Art Pfarrer) lang und breit über spirituelle Entwicklungen erzählt hat. Später am Abend saß ich lange mit dem Inhaber des Guesthouse im Garten, er ist Muslim und ein sehr spiritueller Mensch. Das ist alles sehr interessant, weil es sich so sehr von der westlichen Lebens- und Denkweise unterscheidet. Und mit sowas rennt man bei mir sowieso offene Türen ein. :->

Es sind auch wieder ein paar Fotos online.

Generell ist Malaysia wirklich einfach zu bereisen. Fast jeder spricht Englisch, die Infrastruktur ist gut, Straßen zu überqueren beinahe fad einfach und im Großen und Ganzen sind die MalayInnen freundlich.

Ich habe auch meine Unterkunft für Singapur bereits gebucht, wo es am Freitag hingeht. Ich gebe mir den Spaß eines Schlafsaals, weil echt alles sehr teuer ist dort. Dort werde ich drei Nächte bleiben, bevor es aller Vorraussicht wieder nach Malaysia, Penang - nördlich von Kuala Lumpur - geht.

LG
Kathi

PS. Nachtrag 13.11.: Jemand hat mich vor der Abreise gefragt, was die Einheimischen gegen das Dengue-Fieber machen. Das wird von Moskitos übertragen und dagegen gibt es keinen Impfschutz, das einzige was hilft ist, nicht gestochen zu werden. Für Reisende heißt das, Mückenspray und lange weite Kleidung. Die Einheimischen platzieren abends die in Asien üblichen Räucherspiralen, die Moskitos mögen den Rauch nicht. Und heute abend wurde jedes Haus hier in der Wohnsiedlung professionell und mit der Chemiekeule behandelt - besser nicht nachdenken was das für die eigene Lunge bedeutet - das Thema wird also auch defintiv von den Einheimischen/Behörden ernstgenommen.

Montag, 11. November 2013

Next stop: Melaka.

Liebe Leser,

gestern bin ich nach einer problemlosen, 2stündigen Busfahrt in Melaka angekommen. Mein jetziges Guesthouse ist um einiges angenehmer als das letzte: Ich wohne Tür an Tür mit einer chinesisch/malayischen Familie. Der Sohn der Eigentümerin führt das Guesthouse und es herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. Es ist ein altes Haus, das nur wenige Zimmer hat und sehr bunt restauriert wurde. Hier ist es sehr, sehr angenehm und heute habe ich mit der Eigentümerin gefrühstückt (fürchte das steht mir jetzt jeden Tag bevor ;-) ). Dazu gibt es einen gemütlichen Garten mit ansprechenden Sitzmöglichkeiten und die Altstadt ist nur wenige Gehminuten entfernt.

Eine gute Idee also, hier ingesamt fünf Nächte zu verbringen, weil man hier echt gut entspannen kann.

Gestern war ich hier schon am Nachtmarkt und hab mich heldenhaft durch Streedfood-Snacks durchgekostet! Manches war echt gut (zB Fischbällchen in Currysauce), anderes interessant (zB eine Art Waffel mit Mais gefüllt), und eines ganz sicher so grauenhaft, dass ich es nie mehr essen werde: Die Durian-Frucht! Jetzt ist mir auch klar, warum man sie auch Stink-Frucht nennt... Ich musste mich beherrschen, das unschuldig ausschauende kleine Krapferl mit der Durian-Füllung nicht gleich wieder auszuspucken. Igitt!

Jedenfalls freue ich mich, dass sämtliches Essen ohne Schnaps und ohne penible Hygienerituale anstandslos in meinem Bauch bleibt. Das ist auch ein Stück Urlaubsqualität :-) Dafür hab ich mir bereits heute den ersten kleinen Sonnenbrand geholt - war noch nie so nahe am Äquator und das merkt man definitiv sofort. Durch das feucht-tropische Klima ist es auch die absolute Mosikto-Hölle. Auch tagsüber braucht man Spray bzw. trägt am besten lange Kleidung. In der Nacht ist es im Guesthouse aber kein Problem, sie tun viel um die Mistviecher fern zu halten.

Melaka ist eine Stadt mit Weltkulturerbe. Vom Piratennest (Straße von Melaka trennt hier Malaysia von Sumatra/Indonesien) wurde Melaka im 15. Jahrhundert zum bedeutenden Handelshafen - unübersehbar u.a. die holländischen Einflüsse. Auch hier vermischen sich verschiedenste Kulturen und Religionen miteinander - islamische Moscheen, chinesische und indische Tempel finden sich genauso wie christliche Kirchengebäude.

Es gibt einige neue Fotos.

Im Übrigen bin ich ganz froh, doch nicht die Kambodscha- bzw. die Vietnam-Variante gemacht zu haben, da wegen dem Taifun einige Reisende in der Mitte und im Norden Vietnams bestenfalls in ihren Hostels festsitzen, einige wurden auch evakuiert.

Am Freitag, den 15. geht es ab nach Singapur. Darauf freue ich mich schon sehr. Was danach kommt, überlege ich mir noch. Ich würde gerne an einen schönen, ruhigen Strand, habe mich schon umgehört, da schaut es hier in Malaysia - verhältnismäßig - schlecht aus. Dazu muss ich eher nach Thailand. Mal schauen.

LG
Kathi

Samstag, 9. November 2013

This map is wrong.

Liebe Leser,

Tag zwei in Kuala Lumpur. Weil es so heiß-schwül ist und mein Zimmerlein - sagen wir mal so: keinen unmittelbaren Zugang zu Tageslicht hat, brauch ich die Uhr um die (Tages-)Zeit zu erkennen. Heute habe ich fast wieder bis Mittag geschlafen, und heute war es auch extrem schwül und heiß. Abends hat es zu regnen begonnen, selbst jetzt nachdem es aufgehört hat ist es noch heiß, aber um Welten angenehmer.

Wie auch schon gestern, habe ich auch heute sogar zwei Mal komplett die Orientierung verloren. Gestern drückte man mir eine bessere Landkarte als die, die in meinem Reiseführer zu finden ist, in die Hand. Aber: Auch das ist nicht mehr als eine Orientierungshilfe - und eigentlich nicht mal das. Alle Straßen heißen/klingen irgendwie gleich und dann doch nicht, es gibt nichts woran man sich orientieren kann. Fragen bringt nicht viel und viele Nebenstraßen sind auf den Karten nicht verzeichnet. Wichtigstes Utensil also: Das Kärtchen vom Hotel mit der Adresse drauf - für den Taxifahrer. :-> Dabei hab ich eigentlich einen guten Orientierungssinn. Der offenbar nicht für asiatische Großstädte gilt.

Ich wollte zum Central Market - einen von zwei großen - und hab mich zu Fuß aufgemacht. Prompt landete ich beim falschen, gemerkt hab ich es erst, als mir das Logo spanisch vorkam. :-> Tollerweise gibt es einen gratis-Shuttle-Bus, der die zwei Zentren verbindet. Ich stieg dann also in den Bus, weil ich echt an der ganz falschen Ecke war.

Der Central Market - wo ich dann auch hinkam - liegt gleich neben Chinatown und Little India. Dort bin ich durchmarschiert, Tonnen über Tonnen an saugünstiger Kleidung, Taschen, Schuhe, Wasauchimmer. Tolle Atmosphäre. Und nachdem ich auch Moscheen besuchen will, musste ich mir einen Schal (als Kopftuch) kaufen. Blede Gschicht.

Dann wollte ich zum Medeka-Platz der Unabhängigkeit. Richtig: Trotz Stadtplan hab ich nicht hingefunden. Starker Regen hat dem Trauerspiel dann ein Ende gemacht. Ich habe mir ein Taxi zurück Richtung Guesthouse genommen und den Taxifahrer gefragt, wie weit ich vom Medeka Square entfernt bin. Der meinte, 15 Minuten - mit dem Taxi. :->

Ok, ich bin mit Kuala Lumpur durch. :->

Führte heute auch ein interessantes Gespräch mit einem Verkäufer, Buddhist, zum Thema Ernährung. Ich hab mir ein Kleid angeguckt, aber nachdem hier eh alles Asia Size hat, brauch ich nichtmal dran zu denken, was zu kaufen (ich glaube, deren Kleidergrößen hören bei 38 auf). Er meinte, wir Westler essen "too much bread and cheese." Aber er verstehe das, er kann bei Pizza auch nie wiederstehen (?). Ich hab ihn gefragt, was sie stattdessen essen, und er sagte, naja viel Gemüse und ab und zu Fleisch, er sei zwar Buddhist, aber er könne sich etwas Fleisch nicht verkneifen, weil die Versuchung zu groß sei und es "so good" ist. Hihi.

A propos Unterhaltungen, wie erwartet finden sich an allen Ecken und Enden GesprächspartnerInnen. Gerade bei den Einheimischen ist es auch ganz praktisch, meinen Freund zum Schein-Ehemann zu machen, das erspart Erklärungen und steigert das Ansehen.

Habe auch mit einem Malaien gequatscht, der meinte, dass Amstetten ja auch in Österreich liegt, oder ob er sich da irre...

Heute abend war ich noch gleich ums Eck - ich wohne ja in Bintang, dem großen Unterhaltung- und Essensmeilen-Viertel - wo ich mir noch sehr schmackhafte Fried Noodles mit Vegetables sowie zum Abschluss den Saft einer frischen Kokosnuss - natürlich direkt aus der frischen Kokosnuss (*schlürf*) - gegönnt habe. Street Food ist echt toll - da durchzuflanieren, ist ein Genuss. An jeder Ecke was zu entdecken, tolle Gerüche und gutes, frisches Essen. Das werde ich definitiv noch öfter machen.

Wenige neue Fotos gibt es auch.

Morgen breche ich per Taxi und Bus auf nach Melaka, wo ich fünf Nächte bleiben werde.

LG
Kathi

Freitag, 8. November 2013

Kuala Lumpur.

Liebe Leser,

nach knapp 30 Stunden Anreise bin ich letzte Nacht gut in Kuala Lumpur angekommen.

Die Flüge waren soweit ok, bis auf die Ausnahme Düsseldorf - Abu Dhabi: Der Etihad-Flug wurde von Air Berlin ausgeführt, und die Kombi Billigflieger - Langstreckenflug geht definitiv nicht gut. Abgesehen davon, dass das Flugzeug voll war, waren die Sitze sehr eng und das ist bei sechs Stunden Nachtflug unangenehm. Geschlafen habe ich keine Sekunde.

Der Flug von Abu Dhabi nach Kuala Lumpur wiederum hat dann alles wieder gut gemacht, der Flieger war fast leer, so habe ich mir eine 4er-Mittelreihe geschnappt und konnte mich gut hinlegen und fast den ganzen Flug (7:20 h) verschlafen. Wir hatten einen sehr netten Piloten, beim Anflug auf Kuala Lumpur mussten wir noch eine Runde über der Stadt drehen, und unser Pilot hat quasi eine Art Nacht-Sightseeingflug daraus gemacht. Das war schon toll.

Am Flughafen angekommen, habe ich mir Bargeld geholt und ein (sicheres) Taxi (Buchung in der Ankunftshalle - den Fehler von Indien hab ich nicht wiederholt) geschnappt. Mein erster Eindruck von der Stadt: Easy und angenehm. Das hat sich heute im Wesentlichen bestätigt. Keine Inder, die einen angaffen, keine lästigen Schlepper die einem alle 20 m ein Tuktuk inkl. unfreiwillige Einkaufsfahrt anbieten, keine nervigen Verkäufer. Ich scheine inzwischen doch etwas geeicht zu sein. Souverän musste ich bei meiner Ankunft im Guesthouse dann aber doch nochmal erwähnen, dass wir eine günstigere Rate verhandelt hatten, als die, die er von mir wollte.

Dennoch ist Malaysia bis jetzt angenehmer. Eine gute Infrastruktur mit Taxis, Öffis, Supermärkten (wo es mal wieder einiges interessantes zu entdecken gibt!) erleichtert einiges. Ich kann mich gut aus dem Supermarkt ernähren, das war in Indien ganz anders (welche Supermärkte?). Und es gibt Street Food, ich habe beschlossen mir da jetzt weniger zu denken und nicht in jedem Essenstand gleich die bösen Bakterien zu sehen, die mir ein Erlebnis wie in Thailand zu Silvester bescheren. Das ist sehr günstig (heute Abend: scharfer Reis mit Gemüse, Tofu und Ei + 1 Glas frischgepresster Ananassaft EUR 2,-) und gut.

Den heutigen Tag habe ich dann bis Mittag mal verschlafen. Die netten Boys von meinem Guesthouse waren auch so zuvorkommend, die Musik erst aufzudrehen, als sie mich über die Überwachungskamera auf dem Gang sahen. So beschallte mich die Techno-Version von "Tonight we are young..." beim Zähneputzen. A propos Hostel. Ich darf meine Dreck- und Gaga-Toleranzgrenze runterschrauben. Ich habe vorher schon gehört, dass Malaysia die schlechtesten Hostel Südostasiens haben soll. Hoffentlich wird es nicht noch grausiger. Der Kakerlakenspray am Gang zur freien Entnahme lässt in jedem Fall "Spaß" erahnen.

Das erleichtert auch die Entscheidung, in Kuala Lumpur nicht zu verlängern. Ich werde übermorgen planmäßig weiterreisen, vielleicht aber nicht gleich nach Singapur, sondern noch einen Stopp in Melaka machen - das wäre näher und das ist ein kleines malerisches Städtchen, eine lange Reise und Großstadt habe ich dann grade hinter mir. Ein paar Tage Ruhe wären auch nicht schlecht.

Heute jedenfalls habe ich die Gegend um die Petronas Towers, das moderne Business-Viertel, erkundet und war auch oben (Ticket vorher online buchen - erleichtert einiges!). War schon sehr beeindruckend. Erste Fotos und nähere Infos hier.

Auch zurück wollte ich zu Fuß, hab mich dann aber verlaufen und wusste nicht mehr, wo ich bin (es wäre nicht Asien, wäre die Großstadt übersichtlich!). Weil es schon dunkel war, hab ich mir dann ein Taxi geholt, das mich sicher zurück gebracht hat.

Morgen geht es in den historischen Kern der Stadt. Chinatown, Little India und was sonst noch so auf mich wartet. Darauf bin ich schon gespannt.

LG
Kathi

Mittwoch, 6. November 2013

Made in Austria.

Liebe Leser,

wer kurzfristig bucht oder auf Flugschnäppchen aus ist, darf nicht selten bei Anschlussflügen nicht zu viel in Sachen Zeiteinsparung oder Effizienz erwarten. So auch bei meiner Anreise: Drei Flüge, von Wien über Düsseldorf über Abu Dhabi nach Kuala Lumpur, in Summe bin ich knapp 30 Stunden unterwegs.

Dem technischen Fortschritt sei Dank, gibt es inzwischen so gut wie überall kostenloses und frei zugängliches WLAN, wo ich früher bei meinen Reisen oft noch um ein Passwort fragen oder bei diversen Internetstationen vorab Zeitguthaben kaufen musste. Wie schön!

Viel Zeit bedeutet, viel Herumstreunen in den verschiedenen Shops der Abflughallen, Kaffee trinken, Leute schauen, Flieger gucken. Und internetten.

Souvenir-Shops. Oft kitschig und überteuert, kaufe ich doch immer wieder Reiseandenken dort ein. Aber erst bei der Heimreise. In Wien jedenfalls wurde ich in einem dieser Souvenir-Shops auf die ganz besondere Art bespaßt... In einem Ösi-Souvenir-Paradies wurde ich schon beim Eingang mit der "Launischen Forelle" von Schubert (oder war es die "lustige"?) nicht zu leise und zeitgleich mit Kuh-Gemuhe und Vogelgesang beschallt. ZEITGLEICH.

Nach dem Eintritt in ein Paradies aus rot-weiß-rotem Kulturgut stürmten Eindrücke in Manner-Rosa, Gmunder Keramik-Grün, Sissi-Silhouetten und der Geruch von Speck und Mozartkugeln auf mich ein. Überdimensionale und von hinten beleuchtete Bilder von saftigen grünen Almen und dem Stephansdom verschönern die Wände. Die Verkäuferin in patriotisch rot-weiß karierter Bluse. Mengenrabatt ab zwei Sachertorten.

Too much. Definitiv too much. Und dennoch kaufen die Touris dort - scheinbar funktioniert das. Genau wie ich dann in Malaysia in genau so einem Shop geschätzte fünf Schals und weiteren "Kitsch" kaufen werde. :-)

Die Verkäuferin fragt mich, ob sie mir helfen kann - öhm, danke, nein :->

LG
Kathi